Endura Sport

Gravelbiken: Jede*r ist willkommen!



Hast Du schon davon gehört?
Gravel Grinding. Gravel Bikes. Gravel Riding. Über die Entstehung dieser Disziplin scheiden sich die Geister.

Für eingefleischte Roadies mit gutem Erinnerungsvermögen sollte die Sache aber klar sein. Sie mögen sich nur an die Tour de France in den 20er Jahren erinnern. Ohne nachfolgende Autos auf Fahrrädern mit Ballonreifen durch 320 Kilometer lange, unbefestigte Straßen zu brettern und dann ein paar Pyrenäenpässe zu durchqueren kann man locker als Gravel Abenteuer durchgehen lassen. 

Das ist aber nicht der einzige Hinweis zur Entstehung des Gravel.

Im Norden Kaliforniens schraubten schon vor Jahrzehnten ein paar Tüftler*innen an staubigen Stahlrahmen und Fahrrädern - die seit den 80ern kein Sonnenlicht mehr gesehen haben -  herum. Man könnte argumentieren, dass das die ersten Prototypen der Gravelbikes des 21. Jahrhunderts waren. 

Und dann wären da noch die hartgesottenen Cyclo-Cross Fahrer*innen, die behaupten, sie wären die wahren Erfinder*innen des Gravelbikens. Jede*r Cross-Fahrer*in würde felsenfest darauf bestehen, dass Gravelbikes nichts anderes als leicht abgewandelte CX-Bikes sind und, dass ihr Ursprung nicht in den wilden Tüfteleien irgendwelcher experimentierfreudiger Biker aus den 80er Jahren liegt.

Das ist aber noch längst nicht alles. Man denke nur mal an die Fahrer*innen, deren Satteltaschen schon in den 30er Jahren die Aufschrift „Rough Stuff Fellowship“ trugen. Die britischen „Rough Stuff“ Fahrer*innen fuhren schon damals auf den wildesten Strecken umher und mieden asphaltierte Straßen wo es nur ging. Aber nicht nur das; sie waren auch auf Stahlrahmenfahrrädern ohne funktionierende Bremsen und mit angeschnallten Felgen unterwegs. Das mag ziemlich extrem erscheinen, aber diese Art des Fahrens nennt sich ja nicht umsonst „Rough Stuff“. 
Vielleicht wollten die sogenannten Rough Stuffer auch einfach nur dem zunehmenden Verkehrschaos der 30er Jahre entkommen. Wer weiß das schon? 

Aber jetzt mal ernsthaft, was reizt Gravelfahrer*innen so an dem Sport?

Jenseits des Verkehrschaos durch unebenes Terrain zu heizen mag sicher einer der Gründe sein. Es gibt aber noch viele weitere Punkte, die diese Disziplin so attraktiv machen.

Zweifellos wird Fahrradfahren immer beliebter und es erscheinen plötzlich immer jüngere, schnellere und talentiertere Fahrer*innen auf der Bildfläche. Die langsameren Fahrer*innen können da nur lächeln und nicken, während die Jungspunde an ihnen vorbeiziehen. Da geht das Selbstwertgefühl gut und gerne mal flöten...

Spätestens dann wird einem klar: Ein cooles Gravelbike und dazu passende, locker sitzende Klamotten wären auch eine gute Alternative. Jetzt fehlt nur noch die Satteltasche mit der richtigen Aufschrift. Wie wär‘s? Klingt doch gar nicht so schlecht, oder?

Schwing Dich auf Dein Bike und begib Dich in die unendlichen Weiten unbefahrener Straßen. Ein großes Abenteuer liegt vor Dir und das nächste große Erlebnis ist zum Greifen nahe.

Spürst Du auch schon, wie Dir der Wind um die Nase weht und den Duft der grenzenlosen Freiheit, der in der Luft liegt?

Spürst Du auch schon die einsamen Strecken, auf denen Du weit und breit keiner Menschenseele begegnen musst? 

Vielleicht düst hier und da mal ein Roadie auf einen Carbonrad an Dir vorbei, aber das ist auch schon alles.

Wenn Du dann nach Durchbrechen der wunderschönen Einsamkeit schließlich innehältst und eine Kaffeepause einlegst, wirst Du die großartige Landschaft einsaugen und erkennen, dass - egal wo Du bist - der Ausblick immer herrlich ist. Wenn Du zu dieser Erkenntnis gelangt bist, können wir Dir nur gratulieren. Du bist jetzt zu einem waschechten Gravelrider geworden.

Ja, das Graveln wird wirklich immer beliebter und das vielleicht auch, weil es so viele verschiedene Fahrer*innen anspricht: Da wäre einmal der Roadie, der mal was anderes machen möchte, der/die Cyclo-Cross Fahrer*in, der/die sich nach einem Abenteuer sehnt, der Mountainbiker, der Bock auf mehr Geschwindigkeit hat und der Rough Stuffer, der bei alledem nur lächelnd daneben steht und die ganzen Jungspunde bei dem Sport beobachtet, den er/sie schon seit Jahren kennt und dessen Verein diesen Sport schon seit Jahrzehnten ausübt.

Jede*r - wirklich jede*r - findet Platz im Gravelsport. 

Und Du?

Wann schließt Du Dich ihnen an?